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Interne Netzteile

Interne Netzteile: Einbaunetzteile für OEM und Gerätebau

Interne Netzteile und Einbaunetzteile versorgen elektronische Baugruppen direkt im Gerät. Bei CME finden Sie Off-Board-Netzteile in Open-Frame-, U-Form- und geschlossener Ausführung, mit oder ohne Lüfter. Für Industrieelektronik, Mess- und Steuergeräte sowie medizinische Anwendungen wählen Sie das passende OEM-Netzteil nach Leistung, Einbauraum, Kühlung und den erforderlichen Sicherheitsnachweisen.

Interne AC/DC-Netzteile stellen die benötigte DC-Stromversorgung bereit. Das Sortiment umfasst unter anderem Modelle mit 12 V, 24 V und 48 V sowie Ein- und Mehrfachausgängen. Bauform, Ausgangswerte und UL-Nachweise prüfen Sie für das konkrete Modell. Die Auswahlhilfe erklärt die Unterschiede und unterstützt die Integration in Ihr Gerät.

Interne Netzteile im Sortiment

Welches Einbaunetzteil passt zu Ihrem Gerät?

Wählen Sie zuerst Montage, Gehäuse und Wärmeabfuhr. Off-Board beschreibt die getrennte Montage außerhalb der eigentlichen Anwendungsplatine. Open-Frame, U-Form und geschlossen beschreiben dagegen die mechanische Ausführung. Diese Eigenschaften lassen sich je nach Modell kombinieren.

Einbau und BauformWann die Ausführung sinnvoll ist
Off-Board / separate MontageWenn Netzteil und Anwendungsplatine getrennt eingebaut und über Leitungen oder Steckverbinder verbunden werden sollen. Bauraum, Befestigung, Anschlüsse und Kabelführung gemeinsam planen; Off-Board bedeutet nicht automatisch offen oder lüfterlos.
Open-Frame-NetzteilFür kompakte Geräteintegration ohne vollständiges eigenes Netzteilgehäuse. Berührschutz, Befestigung, Isolation und Luftführung werden im Endgerät berücksichtigt. Der Beitrag Open-Frame-Netzteile im Glossar erläutert Bauform und Abdeckung.
U-Form / U-ChannelEin U-förmiges Chassis trägt die Elektronik und erleichtert die Montage. Je nach Ausführung kann es an der Wärmeableitung beteiligt sein. Varianten mit oder ohne Abdeckung anhand der Einbauzeichnung vergleichen.
Geschlossenes EinbaunetzteilEin Gehäuse beziehungsweise eine Abdeckung umgibt die Elektronik. Lüftungsöffnungen, Berührschutz und benötigte Abstände bleiben zu beachten. Geschlossen bedeutet nicht automatisch staub- oder wasserdicht; eine erforderliche IP-Schutzart separat prüfen.
Direkte Montage auf der LeiterplatteWenn die Stromversorgung auf die Anwendungsplatine gelötet werden soll, sind Printmontage-Netzteile der passende Einstieg. Pinbelegung, Leiterplattenlayout, Isolationsabstände und Wärmeabfuhr bestimmen die Integration.

Mit oder ohne Lüfter: Kühlung und nutzbare Leistung

Die Nennleistung gilt für die im Datenblatt angegebenen Kühlbedingungen. Ein Netzteil ohne eingebauten Lüfter kann trotzdem einen vorgegebenen Systemluftstrom benötigen. Vergleichen Sie deshalb die Leistung bei natürlicher Konvektion, bei erzwungener Belüftung und gegebenenfalls bei Kontaktkühlung.

KühlkonzeptWorauf Sie achten sollten
Ohne Lüfter / natürliche KonvektionFür geräuscharme Versorgungskonzepte kann ein lüfterloses Netzteil sinnvoll sein. Freiraum, Einbaulage, Gehäusebelüftung und Umgebungstemperatur entscheiden über die Wärmeabfuhr. Die zulässige Leistung bei Konvektionskühlung ist maßgeblich.
Mit Lüfter / aktive KühlungLüfter im Netzteil oder ein definierter Luftstrom im System können eine höhere Leistungsabgabe ermöglichen. Luftmenge, Strömungsrichtung, Geräuschentwicklung, Verschmutzung und Wartung gehören zur Auslegung.
Wärmeleitung und DeratingBei dafür vorgesehenen Ausführungen wird Wärme über Chassis oder Grundplatte abgeführt. Kontaktfläche und thermische Anbindung nach Herstellerangaben auslegen. Derating bezeichnet die erforderliche Leistungsreduzierung, etwa bei hoher Temperatur oder niedriger Eingangsspannung.

Elektrische Auswahl eines OEM-Netzteils

Für die Systemstromversorgung zählt das Zusammenspiel von Netzteil, Last und Einbau. Neben Nennspannung und Leistung bestimmen Ausgangsqualität, Schutzfunktionen und Netzrückwirkungen die Eignung. Die folgenden Kriterien helfen beim Vergleich der Datenblätter.

KriteriumAuswahl und Integration
Eingang und WeitbereichEingangsspannung, Frequenz und Anschluss passend zur Energiequelle wählen. Ein Weitbereichseingang erleichtert den Betrieb an unterschiedlichen Netzspannungen; der genaue Bereich ist modellabhängig. Auch Sonderlösungen in der Produktliste können andere Eingangsbedingungen haben.
Ausgangsspannung und LeistungBenötigte Spannung, Ausgangsstrom, Dauerlast und zulässige Spitzenlast bestimmen. Für 12-V-, 24-V- oder 48-V-Netzteile ebenso wie für andere Spannungen gelten die Leistungsgrenzen des Modells. Bei Mehrfachausgängen zusätzlich Lastverteilung, mögliche Mindestlasten und Gesamtleistung prüfen.
Wirkungsgrad und VerlustwärmeDen Wirkungsgrad bei tatsächlicher Eingangsspannung und Last vergleichen. Hohe Effizienz reduziert die Wärmeentwicklung. Standby-Verbrauch, Leistungsdichte und Kühlaufwand sollten zum Betriebsprofil des Geräts passen.
Restwelligkeit und RegelungRestwelligkeit (Ripple & Noise), Netzregelung und Lastregelung sind für empfindliche Elektronik wichtig. Bei Lastwechseln auch Spannungseinbruch und Einschwingzeit prüfen. Messbandbreite und Messaufbau des Datenblatts berücksichtigen; Remote Sense kann bei dafür ausgestatteten Modellen Leitungsabfälle ausgleichen.
Einschaltstrom und SchutzfunktionenEinschaltstrom (Inrush Current) und Anlaufverhalten mit Sicherung und Netzanschluss abstimmen. Je nach Modell stehen Überspannungs-, Überstrom-, Kurzschluss- und Übertemperaturschutz zur Verfügung. Schutzschwellen und Wiederanlaufverhalten im Datenblatt prüfen.
PFC und NetzrückwirkungenLeistungsfaktorkorrektur (Power Factor Correction, PFC) kann den Leistungsfaktor verbessern und Oberschwingungsströme reduzieren. Ob und welche PFC erforderlich ist, hängt von Gerät und Anwendung ab. PFC ist weder Wirkungsgrad noch ein pauschaler EMV-Nachweis.
Isolation, Schutzklasse und AnschlüsseEin-/Ausgangsisolation, galvanische Trennung, Ableitstrom und Schutzleiterkonzept gemeinsam betrachten. Kriech- und Luftstrecken, Stecker, Leitungen sowie Befestigungen müssen zur Einbausituation passen. Nachweise zur Isolationsprüfung und zulässige Prüfbedingungen mit Herstellerunterlagen abstimmen.

Viele interne Versorgungen arbeiten als AC/DC-Schaltnetzteil. Für besonders störarme Versorgung kann auch ein linear geregeltes Netzteil infrage kommen. Ausgangsqualität, Wirkungsgrad und Wärmeentwicklung sollten anhand der konkreten Geräte verglichen werden.

Welche UL-, IEC- und EN-Normen sind relevant?

Elektrische Sicherheit richtet sich nach Anwendung, Zielmarkt und vollständigem Gerät. Für ein Einbaunetzteil prüfen Sie deshalb das genaue Modell, die Zertifikate und die zulässigen Einbaubedingungen. Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Nachweise ein; sie ist keine pauschale Zulassungsaussage für alle gelisteten Produkte.

Anwendung oder NachweisBedeutung für die Auswahl
UL Recognized Component und UL ListedUL Recognized Component bezeichnet eine bewertete Komponente zur Integration in ein Endprodukt. Die Conditions of Acceptability können Vorgaben zu Gehäuse, Verdrahtung und Temperaturen enthalten. UL Listed kennzeichnet vollständig bewertete Produkte für den im Zertifikat beschriebenen Einsatz. UL-Dateinummer und Modellzuordnung prüfen; die Komponentenbewertung ersetzt nicht die Zertifizierung des Endgeräts.
AV, IT und KommunikationDie Normenfamilie IEC/EN/UL 62368-1 betrifft Audio-/Video-, Informations- und Kommunikationstechnik. Entscheidend sind die regionale Fassung, Normausgabe und der tatsächlich bestätigte Anwendungsumfang des Netzteils.
Mess-, Steuer- und LaborgeräteFür entsprechende elektrische Geräte ist die Normenfamilie IEC/EN/UL 61010-1 relevant. Anwendung, ergänzende Normteile und Einbaubedingungen berücksichtigen; nicht jedes industrielle Netzteil ist automatisch nach dieser Norm bewertet.
Medizintechnik / EN 60601Für medizinische elektrische Geräte sind IEC/EN 60601-1 und gegebenenfalls ergänzende Normen relevant. MOOP bezeichnet Bediener-, MOPP Patientenschutz. Isolationspfade und Ableitströme müssen zum Gerätekonzept passen. Medizinische Netzteile nach EN60601 und das Glossar zu medizinischen Netzteilen bieten weitere Orientierung.
Ältere Angaben nach UL 60950Einzelne Bestandsmodelle wie die MPSU-Serie nennen UL 60950 (File E245422). Für eine Neuentwicklung sind aktueller Zertifizierungsstatus, Normfassung und Eignung für Zielmarkt und Endgerät zu klären; eine ältere Angabe belegt nicht automatisch die Erfüllung von 62368-1.
CE-Kennzeichnung und EMVCE und UL erfüllen unterschiedliche Aufgaben. EU-Konformitätsunterlagen, Sicherheitsnachweise und elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) passend zum Produkt prüfen. Verdrahtung, Erdung, Schirmung und Gehäuse können das EMV-Verhalten im Endgerät beeinflussen.

Typische Fragen zu internen Netzteilen

Was ist der Unterschied zwischen einem Einbaunetzteil und einem externen Netzteil?

Ein Einbaunetzteil wird im Endgerät integriert. Ein externes Netzteil sitzt außerhalb, etwa als Stecker- oder Tischnetzteil. Bauform und Einbau beeinflussen Berührschutz, Wärmeabfuhr und Anschlüsse. Die Übersicht der Netzteile führt zu den jeweiligen Produktgruppen.

Sind Off-Board und Open-Frame dasselbe?

Nein. Off-Board beschreibt die getrennte Montage außerhalb der Anwendungsplatine. Open-Frame bezeichnet eine offene mechanische Bauform ohne vollständiges eigenes Gehäuse. Ein Off-Board-Netzteil kann offen, in U-Form oder geschlossen ausgeführt sein.

Ist ein geschlossenes Netzteil automatisch lüfterlos?

Nein. Gehäuse und Kühlung sind getrennte Eigenschaften. Geschlossene Netzteile können mit oder ohne Lüfter ausgeführt sein. Auch ein Netzteil ohne eigenen Lüfter kann einen definierten Luftstrom im Endgerät benötigen.

Kann ich ein Netzteil mit Lüfter auch ohne Lüfter betreiben?

Nur wenn der Hersteller diesen Betriebsfall ausdrücklich mit passenden Leistungs- und Temperaturgrenzen freigibt. Die Nennleistung bei Zwangskühlung darf nicht ohne Prüfung als zulässige Konvektionsleistung übernommen werden.

Welche UL-Norm braucht mein Einbaunetzteil?

Die Anwendung bestimmt die relevante Normenfamilie, etwa 62368-1 für AV/IT oder 61010-1 für Mess- und Laborgeräte. Zusätzlich sind Komponentenstatus, Modell, UL-Dateinummer und Einbaubedingungen zu prüfen. Es gibt keine einzelne UL-Norm, die pauschal jedes Einbaunetzteil und jedes Endgerät abdeckt.

Reicht ein medizinisch zugelassenes Netzteil für die Gerätezulassung?

Es unterstützt die Sicherheitsauslegung, ersetzt aber nicht die Bewertung des vollständigen medizinischen Geräts. Für eine Stromversorgung in der Medizintechnik müssen unter anderem MOOP/MOPP, Ableitströme und die Einbaubedingungen zur Anwendung passen.

Ist ein Schaltnetzteil immer die effizientere Lösung?

Ein Schaltnetzteil erreicht häufig einen höheren Wirkungsgrad als eine lineare Versorgung. Für die Auswahl zählen jedoch der konkrete Lastpunkt, Restwelligkeit, Störpegel und Kühlung. Ein Vergleich der Datenblätter ist aussagekräftiger als die Bauart allein.

Welche Angaben benötigt CME für die Auswahlberatung?

Hilfreich sind Eingang und Zielmarkt, benötigte Ausgangsspannungen und Ströme, Dauer- und Spitzenlast, Bauraum, Kühlkonzept, Umgebungstemperatur und die vorgesehenen Sicherheitsnachweise. Bei mehreren Ausgängen nennen Sie auch deren gleichzeitige Belastung.

Beratung zur passenden Stromversorgung

CME unterstützt Sie bei der Auswahl eines OEM-Netzteils für Ihre Geräteintegration. Senden Sie uns die elektrischen Anforderungen, eine Einbauskizze und die vorgesehenen Betriebsbedingungen. Weitere Grundlagen bietet das Glossar Netzteile und DC/DC-Wandler für OEM.

Für andere Einbaukonzepte finden Sie bei CME Hutschienen-Netzteile sowie modulare und redundant betreibbare Stromversorgungen. Soll eine vorhandene Gleichspannung angepasst werden, führt die Auswahl zu DC/DC-Wandlern. Für eine programmierbare Stromversorgung im Labor oder Prüfstand wählen Sie programmierbare DC-Netzgeräte.